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UEBER BULGARIEN
Neuigkeiten von der Agentur Mirela
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Wirtschaft
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- Informationen zusammengestellt von IDCED -
Ist-Zustand
Bulgarien ist im europäischen Vergleich ein sehr wasserarmes Land. Eine konstante Wasserversorgung gestaltet sich aufgrund geografischer und saisonaler Unterschiede bei gleichzeitig sehr hohem Verbrauch in der Industrie und den Privathaushalten als schwierig. Die Gebühreneinführung für Wasser sowie der Rückgang der Industrie haben aber bereits zu einer Verringerung des Verbrauchs in den letzten Jahren geführt. Zudem werden 2040 große und kleine Wasserreservoirs
betrieben, die eine Wasserversorgung auch in trockenen Perioden gewährleisten sollen. Im Durchschnitt verbraucht der Bulgare 90 Liter Trinkwasser am Tag.
Im Jahr 2003 betrug der Wasserverbrauch für die kommunale Nutzung und der Haushalte 372 Mio. m³. 65 % davon wurden von Oberflächengewässern bzw. Uferfiltrat und 35 % aus dem Grundwasser gewonnen. Zusätzlich werden für die Wärme- und Kernkraftwerke weitere 9,3 Mrd. m³ Wasser jährlich zur Kühlung und Energieerzeugung entnommen, die als „sauberes“ Abwasser wieder abgeleitet werden. 98 % der Bevölkerung sind an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Obwohl bei
50 % des Oberflächen- und Grundwassers die Qualität sehr gut ist und Trinkwasser in 52 Aufbereitungsanlagen landesweit mit Hilfe von Chlorverbindungen gereinigt wird, ist eine Verbesserung erwünscht. Das Hauptproblem der Trinkwasserversorgung ist die zurzeit nicht regelmäßig gesicherte Verfügbarkeit. Neben einem übertriebenen Wasserverbrauch führen auch bis zu 57%ige Wasserverluste durch marode Versorgungsnetze zu Versorgungsengpässen. Investitionen in die Wassernetze sowie in Aufbereitungsanlagen müssen zur Erfüllung der EU-Standards getätigt werden. Die Situation der Abwasserentsorgung weist im Gegensatz zu der Versorgung noch erheblichere Mängel auf. 2003 sind 67 % der Bevölkerung an die Kanalisation, aber nur 40 % an Kläranlagen angeschlossen. Von den Kläranlagen sind 79 % der Stufe 2 (mechanisch/biologisch), 18 % ausschließlich der Stufe 1 (mechanisch) zuzuordnen. Nur 4 % der Anlagen reinigen in 3 Stufen (inklusive
Nährstoffentfernung). Trotz der geringen Zahl von Kläranlagen werden große Teile des in die Kanalisation eingeleiteten Abwassers gereinigt. Etwa 60 % der industriellen Abwässer werden in Bulgarien gereinigt. 20 % des Kanalisationsnetzes müssen dringend erneuert werden. 40 % der Rohre sind mehr als
40 Jahre alt. Bulgarien hat in seiner „Nationalen Strategie für die Umwelt und dem Aktionsplan 2000-2006“ aus dem Jahr 2001 die strategischen Ziele und die Finanzmittel zur Umsetzung dieser Ziele festgesetzt. Die quantitativ und qualitativ ausreichende Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Wasser ist bis zum Jahr 2006 von höchster Priorität und soll durch Investitionen in Höhe von 987 Mio. € gefördert werden. Um die Qualität des Grund- und Oberflächenwassers beizubehalten
bzw. zu verbessern, sollen weitere 461 Mio. € unter anderem in den Bau von Kläranlagen investiert werden.
Marktpotenziale und Investitionsbedarf
Die 50 Wasserversorgungsbetriebe in Bulgarien sind im Besitz des Staates (13), der Kommunen (20), von Staat und Kommune (16) oder der Kommune und eines privaten Investors (1). 22 Wasserversorgungsbetriebe bedienen nur eine Kommune, 28 mehrere Kommunen. Die meisten Betriebe
(96 %) agieren als Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Staates erfolgte die Liberalisierung des bulgarischen
Wassermarktes in mehreren Schritten. Im Jahr 1991 wurde der Beschluss Nr. 108 verabschiedet, der die Wasser- und Abwasserabteilungen für bestimmte Regionen zum Teil (49 %) in die Verantwortung der Kommune legte. Der Staat behielt einen Anteil von 51 %. Später war auch eine 100%ige Übernahme durch die Kommunen möglich. Das war der erste Schritt auf dem Wege zur Dezentralisierung. Als nächstes wurde 1994 (mit verschiedenen Änderungen bis 2000) die Verordnung Nr. 9 verabschiedet, in der die Konditionen für die Nutzung von Wasserver- und Abwasserentsorgung festgelegt und Definitionen festgeschrieben wurden. Die Kontrolle, Abgabe,
Messungen und das Bezahlungsprocedere werden hier unter anderem erläutert. Ein neues Wassergesetz aus dem Jahr 1999 reguliert die Besitzverhältnisse der Wasserversorger und Wasseranlagen sowie das Wassermanagement. Definiert werden drei Besitzformen für wasserrelevante Einheiten: staatlich, kommunal und privat. Zwei Formen von Liberalisierung bzw. Privatisierung auf dem Wassermarkt werden eingeführt: Wasserverbände und Konzessionen. Derzeit existiert nur ein Beispiel für eine Konzession „Sofijska Voda“ ein Zusammenschluss der Stadt Sofia mit dem britisch-amerikanischen Konsortium „International Water“. Undurchsichtige Strukturen
des Vertrages (Angaben der Besitzverhältnisse und der Laufzeit des Vertrages schwanken erheblich) und Ängste bezüglich der Preisstruktur und Gewährleistung von Arbeitsplätzen heizen immer wieder die Debatte um Privatisierungen an. Zudem gibt es vier Wasserverbände, die aus einer Ausgliederung und Privatisierung der Wasserwirtschaftsabteilungen entstehen. Für einen Zeitraum von 10 Jahren werden die Aufgaben des Managements der Wasserver- und Abwasserentsorgung an den Verband abgegeben. Darin sind die Investitionen, der Betrieb und die Preisgestaltung enthalten. Die Infrastruktur bleibt im Besitz
der Kommune. Im Jahr 2001 wurde die Privatisierung der Wasserwirtschaftsabteilungen gestoppt. Sämtliche Anträge wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Jahr 2003 wurde das Kapitel 5 über die Wasserverbände aus dem Wassergesetz gestrichen, so dass das eine Privatisierung zurzeit
nicht möglich ist. Da Bulgarien die hohen Investitionskosten im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung nicht mit eigenen Staats- und EU-Mitteln auf den geforderten EU-Standard bringen kann, wird auf lange Sicht die Einbeziehung von privatem Fremdkapital eine unumgängliche Option darstellen.
Derzeit sind partnerschaftliche Kooperationsvorhaben in Bulgarien rein rechtlich nicht möglich. Der Bau von Anlagen über internationale Ausschreibungen ist zurzeit die einzige Möglichkeit des Markteinstiegs. Das Umweltministerium gibt als Wunsch zur Unterstützung beim Aufbau der Umweltinfrastruktur und somit auch für die Umsetzung der europäischen Wassergesetzgebung an, dass ein Knowhow- Austausch mit Deutschland (aufgrund der in Ostdeutschland gemachten Erfahrungen) von großem Interesse gerade für den Aufbau einer effizienten Wasserver- und Abwasserentsorgung ist. Vornehmlich werden Lösungen für kleine, ländliche und abgeschiedene Gemeinden gesucht. Wasseraufbereitungsanlagen dagegen werden landesweit benötigt. Angestrebt wird weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern an der Donau, denn die Donau ist der Hauptfrischwasserlieferant Bulgariens.
(06.06.2006)
Wassermanagement in Bulgarien
Wassermanagement in Bulgarien- Informationen zusammengestellt von IDCED -
Ist-Zustand
Bulgarien ist im europäischen Vergleich ein sehr wasserarmes Land. Eine konstante Wasserversorgung gestaltet sich aufgrund geografischer und saisonaler Unterschiede bei gleichzeitig sehr hohem Verbrauch in der Industrie und den Privathaushalten als schwierig. Die Gebühreneinführung für Wasser sowie der Rückgang der Industrie haben aber bereits zu einer Verringerung des Verbrauchs in den letzten Jahren geführt. Zudem werden 2040 große und kleine Wasserreservoirs
betrieben, die eine Wasserversorgung auch in trockenen Perioden gewährleisten sollen. Im Durchschnitt verbraucht der Bulgare 90 Liter Trinkwasser am Tag.
Im Jahr 2003 betrug der Wasserverbrauch für die kommunale Nutzung und der Haushalte 372 Mio. m³. 65 % davon wurden von Oberflächengewässern bzw. Uferfiltrat und 35 % aus dem Grundwasser gewonnen. Zusätzlich werden für die Wärme- und Kernkraftwerke weitere 9,3 Mrd. m³ Wasser jährlich zur Kühlung und Energieerzeugung entnommen, die als „sauberes“ Abwasser wieder abgeleitet werden. 98 % der Bevölkerung sind an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Obwohl bei
50 % des Oberflächen- und Grundwassers die Qualität sehr gut ist und Trinkwasser in 52 Aufbereitungsanlagen landesweit mit Hilfe von Chlorverbindungen gereinigt wird, ist eine Verbesserung erwünscht. Das Hauptproblem der Trinkwasserversorgung ist die zurzeit nicht regelmäßig gesicherte Verfügbarkeit. Neben einem übertriebenen Wasserverbrauch führen auch bis zu 57%ige Wasserverluste durch marode Versorgungsnetze zu Versorgungsengpässen. Investitionen in die Wassernetze sowie in Aufbereitungsanlagen müssen zur Erfüllung der EU-Standards getätigt werden. Die Situation der Abwasserentsorgung weist im Gegensatz zu der Versorgung noch erheblichere Mängel auf. 2003 sind 67 % der Bevölkerung an die Kanalisation, aber nur 40 % an Kläranlagen angeschlossen. Von den Kläranlagen sind 79 % der Stufe 2 (mechanisch/biologisch), 18 % ausschließlich der Stufe 1 (mechanisch) zuzuordnen. Nur 4 % der Anlagen reinigen in 3 Stufen (inklusive
Nährstoffentfernung). Trotz der geringen Zahl von Kläranlagen werden große Teile des in die Kanalisation eingeleiteten Abwassers gereinigt. Etwa 60 % der industriellen Abwässer werden in Bulgarien gereinigt. 20 % des Kanalisationsnetzes müssen dringend erneuert werden. 40 % der Rohre sind mehr als
40 Jahre alt. Bulgarien hat in seiner „Nationalen Strategie für die Umwelt und dem Aktionsplan 2000-2006“ aus dem Jahr 2001 die strategischen Ziele und die Finanzmittel zur Umsetzung dieser Ziele festgesetzt. Die quantitativ und qualitativ ausreichende Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Wasser ist bis zum Jahr 2006 von höchster Priorität und soll durch Investitionen in Höhe von 987 Mio. € gefördert werden. Um die Qualität des Grund- und Oberflächenwassers beizubehalten
bzw. zu verbessern, sollen weitere 461 Mio. € unter anderem in den Bau von Kläranlagen investiert werden.
Marktpotenziale und Investitionsbedarf
Die 50 Wasserversorgungsbetriebe in Bulgarien sind im Besitz des Staates (13), der Kommunen (20), von Staat und Kommune (16) oder der Kommune und eines privaten Investors (1). 22 Wasserversorgungsbetriebe bedienen nur eine Kommune, 28 mehrere Kommunen. Die meisten Betriebe
(96 %) agieren als Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Staates erfolgte die Liberalisierung des bulgarischen
Wassermarktes in mehreren Schritten. Im Jahr 1991 wurde der Beschluss Nr. 108 verabschiedet, der die Wasser- und Abwasserabteilungen für bestimmte Regionen zum Teil (49 %) in die Verantwortung der Kommune legte. Der Staat behielt einen Anteil von 51 %. Später war auch eine 100%ige Übernahme durch die Kommunen möglich. Das war der erste Schritt auf dem Wege zur Dezentralisierung. Als nächstes wurde 1994 (mit verschiedenen Änderungen bis 2000) die Verordnung Nr. 9 verabschiedet, in der die Konditionen für die Nutzung von Wasserver- und Abwasserentsorgung festgelegt und Definitionen festgeschrieben wurden. Die Kontrolle, Abgabe,
Messungen und das Bezahlungsprocedere werden hier unter anderem erläutert. Ein neues Wassergesetz aus dem Jahr 1999 reguliert die Besitzverhältnisse der Wasserversorger und Wasseranlagen sowie das Wassermanagement. Definiert werden drei Besitzformen für wasserrelevante Einheiten: staatlich, kommunal und privat. Zwei Formen von Liberalisierung bzw. Privatisierung auf dem Wassermarkt werden eingeführt: Wasserverbände und Konzessionen. Derzeit existiert nur ein Beispiel für eine Konzession „Sofijska Voda“ ein Zusammenschluss der Stadt Sofia mit dem britisch-amerikanischen Konsortium „International Water“. Undurchsichtige Strukturen
des Vertrages (Angaben der Besitzverhältnisse und der Laufzeit des Vertrages schwanken erheblich) und Ängste bezüglich der Preisstruktur und Gewährleistung von Arbeitsplätzen heizen immer wieder die Debatte um Privatisierungen an. Zudem gibt es vier Wasserverbände, die aus einer Ausgliederung und Privatisierung der Wasserwirtschaftsabteilungen entstehen. Für einen Zeitraum von 10 Jahren werden die Aufgaben des Managements der Wasserver- und Abwasserentsorgung an den Verband abgegeben. Darin sind die Investitionen, der Betrieb und die Preisgestaltung enthalten. Die Infrastruktur bleibt im Besitz
der Kommune. Im Jahr 2001 wurde die Privatisierung der Wasserwirtschaftsabteilungen gestoppt. Sämtliche Anträge wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Jahr 2003 wurde das Kapitel 5 über die Wasserverbände aus dem Wassergesetz gestrichen, so dass das eine Privatisierung zurzeit
nicht möglich ist. Da Bulgarien die hohen Investitionskosten im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung nicht mit eigenen Staats- und EU-Mitteln auf den geforderten EU-Standard bringen kann, wird auf lange Sicht die Einbeziehung von privatem Fremdkapital eine unumgängliche Option darstellen.
Derzeit sind partnerschaftliche Kooperationsvorhaben in Bulgarien rein rechtlich nicht möglich. Der Bau von Anlagen über internationale Ausschreibungen ist zurzeit die einzige Möglichkeit des Markteinstiegs. Das Umweltministerium gibt als Wunsch zur Unterstützung beim Aufbau der Umweltinfrastruktur und somit auch für die Umsetzung der europäischen Wassergesetzgebung an, dass ein Knowhow- Austausch mit Deutschland (aufgrund der in Ostdeutschland gemachten Erfahrungen) von großem Interesse gerade für den Aufbau einer effizienten Wasserver- und Abwasserentsorgung ist. Vornehmlich werden Lösungen für kleine, ländliche und abgeschiedene Gemeinden gesucht. Wasseraufbereitungsanlagen dagegen werden landesweit benötigt. Angestrebt wird weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern an der Donau, denn die Donau ist der Hauptfrischwasserlieferant Bulgariens.
(06.06.2006)
